Hamburgs (post-)koloniales Erbe

Koloniales Erbe

Interview, Presseschau, Video

Videos: Prof. Dr. Jürgen Zimmerer bei 3sat und Spiegel Online über Bismarck, Koch und koloniale Erinnerung

Wie mit dem kolonialen Erbe umgehen? Diese aktuell viel diskutierte Frage stellen Videos mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer bei 3sat und Spiegel Online. Mit Spiegel Online besichtigte Zimmerer koloniale Erinnerungsorte in Hamburg. In Bezug auf die kürzlich mit einem Farbbeutel… Weiterlesen →

Presseschau

Gegen „leere Rhetorik“ zum Völkermord in Deutsch-Südwestafrika – Prof. Dr. Jürgen Zimmerer in Zur Debatte

Die Verhandlungen um eine Entschuldigung Deutschlands für den Genozid an Herero und Nama stocken, die deutsche Seite spricht nicht direkt mit allen Beteiligten und verzögert so die notwendige historische Aufarbeitung – so Prof. Dr. Jürgen Zimmerer in seinem Vortrag vor… Weiterlesen →

Presseschau

„Extreme Bürokratisierung eines Unrechtsregimes“ – Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im Deutschlandfunk-Interview über den deutschen Kolonialismus

Anlässlich des Schwerpunktthemas ‚Eine Welt 2.0 – Dekolonisiert euch!‘ sprach Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im Interview mit Deutschlandfunk Kultur über die Geschichte des deutschen Kolonialismus. Dieser sei seit der Frühen Neuzeit mit der gesamten Europäischen Expansion eng verbunden gewesen und… Weiterlesen →

Presseschau

„Wie verrechnet man versklavte Menschen mit Brunnen?“: Prof. Dr. Jürgen Zimmerer im ‚Welt‘-Interview

Im ‚Welt‘-Interview widerspricht Prof. Dr. Jürgen Zimmerer Rechtfertigungen, die eine positive Bilanz des deutschen Kolonialismus in Afrika zu ziehen versuchen. Diese Positionen vertritt etwa der umstrittene US-Politologe Bruce Gilley, der seine Thesen auf AfD-Einladung in Berlin vorstellen sollte. Schon die… Weiterlesen →

Allgemein

„Mit unserer Oma würden wir das nicht machen!“ Prof. Dr. Jürgen Zimmerer kritisiert „Schrumpfkopf“-Auktion auf Deutschlandfunk Kultur

Das deutsche Auktionshaus Lempertz versteigert am 24. Oktober 2018 sogenannte tribal art, inkl. einen „Schrumpfkopf“. Auf Deutschlandfunk Kultur kritisiert Prof. Dr. Jürgen Zimmerer den Verkauf menschlicher Überreste scharf: „Zwar hat sich in den Museen weitgehend die Erkenntnis durchgesetzt, dass Menschen… Weiterlesen →

Allgemein

Interview mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer über Kolonialgeschichte: ein ausführliches Gespräch mit dem Podcast Zeitsprung

Der Podcast Zeitsprung widmete vor einiger Zeit dem Askari-Mythos, den sogenannten Askari-Reliefs in Hamburg-Jenfeld und der Rolle der Hansestadt im Kolonialismus eine Episode (ZS 138) und sprach dafür mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer als Experten. Das ausführliche Interview mit Jürgen… Weiterlesen →

Allgemein

Hamburgs koloniales Erbe: Die Aufarbeitung geht weiter

Der Fortbestand der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe / Hamburg und die frühe Globalisierung“ ist gesichert! Diese erfreuliche Entscheidung des Hamburger Senats erlaubt die Fortsetzung der seit 2014 begonnenen Projekte und stellt die notwendige Kontinuität sicher. Nachdem  Kultursenator Dr. Carsten Brosda… Weiterlesen →

Allgemein, Interview, Presseschau

Tansanische Regierung erwägt Entschädigungsforderungen für Kolonialverbrechen. Prof. Dr. Zimmerer erläutert im Gespräch mit dem SPIEGEL die Hintergründe

Während die Verhandlungen der Bundesregierung mit Namibia über Anerkennung, Entschuldigung und Wiedergutmachung des Völkermords laufen, wurde Anfang Januar von Vertretern der Herero und Nama vor einem Gericht eine Sammelklage auf Entschädigung und Beteiligung an den Verhandlungen eingereicht. Im Februar wurde… Weiterlesen →

Gespräch zwischen Prof. Dr. Jürgen Zimmerer und Prof. Dr. Rainer Nicolaysen: „Hamburgs (post-)koloniales Erbe und seine historische Aufarbeitung“

Allgemein, Termine

Ringvorlesung: „Hamburg: Deutschlands Tor zur kolonialen Welt. Über den Umgang mit einem schwierigen Erbe“ (20.4.2016 – 13.7.2016)

Hamburg ist wie keine zweite deutsche Stadt mit der Geschichte des Kolonialismus verbunden. Deutschlands „Tor zur Welt“ war ein Tor zu kolonialen Welt. Zu Recht ist die Hansestadt als die „Kolonialmetropole des Kaiserreiches“ neben Berlin bezeichnet worden. Während in Berlin… Weiterlesen →

Allgemein, Creative Commons, Rezension

Streamlined Streamlines

Die Romantisierung des Hafenlebens spielt eine zentrale Rolle in der Ausstellung Streamlines, welche in den Deichtorhallen zur Zeit besucht werden kann. Eine Untersuchung der Ursachen und komplexen Zusammenhängen hinter der Migration findet nicht statt. von Tania Mancheno Für die Ausstellung… Weiterlesen →

Presseschau Rückgabeforderung Koh-i-Noor gegenüber der britischen Queen seitens Indiens

Mitte November wurde auch in deutschsprachigen Medien die Nachricht verbreitet, dass eine Gruppe indischer Geschäftsleute und Filmstars die Rückgabe des berühmten Koh-i-Noor Diamanten vom britischen Königshaus fordert und dies durch einen Prozess vor dem High Court erreichen will (vgl. Berichte von ARD, Die Welt, 20 Minuten). Anlässlich des Besuchs des indischen Premierministers Narendra Modi in Großbritannien vergangene Woche, wurde die Nachricht über die neue Rückgabeforderung international weit verbreitet und erneuerte die Diskussion über den Umgang mit dem materiellen Erbe des Kolonialismus im Allgemeinen und des British Empire im Speziellen. Die Debatte scheint uns auch für die deutsche Diskussion über (post-)koloniale Erinnerung und koloniale Raubobjekte wichtig und interessant. Wir haben deshalb eine kurze subjektive Presseschau angefertigt, als Einstieg in das Thema. Ergänzungen und Empfehlungen in den Kommentaren sind herzlich willkommen! Einführung: Die Entwicklung bis 2015 Während der letzten Jahrzehnte wurde wiederholt die Rückgabe des Koh-i-Noor von verschiedenen Staaten und Einzelpersonen des indischen Subkontinents gefordert. Pakistanische Regierungsvertreter forderten bereits seit den 1970er Jahren die Rückgabe des Koh-i-Noor: „The demand for the Kohinoor's restoration - to Pakistan, not India because it was on Pakistani soil that the gem was surrendered - came in a letter from the then Prime Minister Bhutto to his British counterpart, James Callaghan on the even of Pakistan's independence day ceremonies in August 1976. [fusion_builder_container hundred_percent="yes" overflow="visible"][fusion_builder_row][fusion_builder_column type="1_1" background_position="left top" background_color="" border_size="" border_color="" border_style="solid" spacing="yes" background_image="" background_repeat="no-repeat" padding="" margin_top="0px" margin_bottom="0px" class="" id="" animation_type="" animation_speed="0.3" animation_direction="left" hide_on_mobile="no" center_content="no" min_height="none"][…] Evoking the ‘immense sentimental value’ of the diamond to Pakistan, Bhutto said ‘Its return to Pakistan would be a convincing demonstration of the spirit that moved Britain voluntarily to shed its imperial encumbrances and lead the process of decolonisation.’“ Indische Parlamentsmitglieder hatten im Jahr 2000 die Rückgabe des berühmten Diamanten gefordert: „The MPs claim that the Kohinoor was taken away illegally, which is why they want it back.“ Und auch die Taliban hatten im selben Jahr Ansprüche auf die Rückführung des Diamanten nach Afghanistan angemeldet: „For the previous 100 years the diamond had been an heirloom of the Afghan monarchy. Before then it was in Persian royal hands and before that Indian. The Taleban say their claim is strengthened by the fact that the rulers of India at the time were of Afghan descent.“ Die Rückgabeforderungen wurden von britischer Seite bisher mit der Begründung abgelehnt, dass sich nicht ermitteln lassen würde, welche der im Raume stehenden Forderung berechtigt sei: „In June 2000, as stated by the Rajya Sabha member Kuldip Nayar, the British High Commission in India had expressed its ambiguity over the ownership of the diamond. Most importantly, it said it wasn’t sure whether the Kohinoor rightfully belonged to India.“ Mit der Frage nach seiner Position zur Rückgabeforderung, sagte der britische Premierminister David Cameron zuletzt 2013: „’I don't think that's the right approach’‚ Cameron told reporters on Wednesday after becoming the first serving British prime minister to voice regret about one of the bloodiest episodes in colonial India, a massacre of unarmed civilians in the city of Amritsar in 1919. ‘It is the same question with the Elgin Marbles’‚ he said, referring to the classical Greek marble sculptures that Athens has long demanded be given back. ‘The right answer is for the British Museum and other cultural institutions to do exactly what they do, which is to link up with other institutions around the world to make sure that the things which we have and look after so well are properly shared with people around the world. I certainly don't believe in 'returnism', as it were. I don't think that's sensible.’“ 7.11.2015 - Mail on Sunday: „Indians sue Queen for return of £100m jewel in the crown: Bollywood stars and businessmen launch legal battle over 105-carat diamond which they say was stolen from their country“ Die „Mail on Sunday“ gehörte zu den ersten Nachrichtenseiten, die die Meldung über den angestrebten Prozess der Gruppe „Mountain of Light“ aufgriff. Neu an dem Vorstoß der Gruppe ist der Versuch, die juristische Rückgabeforderung auf Basis der Raubgut Konvention des Holocaust aufzubauen: „Satish Jakhu, of Birmingham-based law firm Rubric Lois King, said they would make their claim under the common law doctrine of ‘trespass to goods’, arguing that the Government had stolen the diamond. He added they would also be taking the case to the International Court of Justice.“ In dem Bericht der „Mail on Sunday“ wird der sich selbst als „extrem rechts“ bezeichnende, kolonialapologetisch argumentierende Historiker Andrew Roberts zitiert: „’Those involved in this ludicrous case should recognise that the British Crown Jewels is precisely the right place for the Koh-i-Noor diamond to reside, in grateful recognition for over three centuries of British involvement in India, which led to the modernisation, development, protection, agrarian advance, linguistic unification and ultimately the democratisation of the sub-continent.’“ 9.11.2015 – Times of India: „Elizabeth II may face legal challenge over Koh-i-noor“ Die Nachricht über die neue Initiative der „Mountain of Light“ Gruppe wurde international rezipiert und fand besonders in britischen und indischen Medien (hier als Beispiel auf der Seite der größten englischsprachigen Zeitschrift Indiens) einen Widerhall. Häufig wird dabei die Wortmeldung des Unterstützers der Rückgabeforderung, David de Souza, gegenüber dem „Sunday Telegraph“ zitiert: „The Koh-i-Noor is one of the many artefacts taken from India under dubious circumstances. Colonisation did not only rob our people of wealth, it destroyed the country's psyche itself. It brutalised society, traces of which linger on today in the form of mass poverty, lack of education and a host of other factors.“ 9.11.2015 – Jagran English News: „Queen Elizabeth II may face legal challenge over Koh-i-Noor“ Die englische Seite der größten indischen Zeitung „Dainik Jagran“ zitiert den Abgeordneten der britischen Labourpartei Keith Vaz, der sich bereits im Juli diesen Jahres für die Rückgabe des Diamanten ausgesprochen hatte: „What a wonderful moment it would be, if when PM Modi finishes his visit, he returns to India with the promise of the diamond's return.“ Die Jagran Redaktion hebt hervor, dass die britische Regierung diese Rückgabeforderungen bereits wiederholt zurückgewiesen hat: „The British government has previously rejected all demands for the return of Koh-i-Noor and in 2013 British Prime Minister David Cameron while on a visit to India, defended Britain's right to keep it saying he did not believe in ‚returnism‘.“ 11.11.2015 – The Guardian: „The Koh-i-Noor diamond affair shows ‘returning’ relics is never simple“ Der britische Philosoph Julian Baggini wies in einem Artikel des Guardian darauf hin, dass das British Museum zahlreiche Objekte besitze, die durch Plünderung und Kunstraub in den Besitz des Museums gelangt seien. Er argumentiert, dass es gute Gründe gäbe, warum Rückgabeforderungen bisher kaum erfüllt würden. Denn würde sich erstmal ein Modus etablieren, dass alle Objekte, die ohne explizite Autorisierung von einem Fundort im Ausland in europäischen Museen gelangten, zurückgegeben werden müssten, würden die wichtigsten Museen der Welt einen großen Teil ihrer Sammlungen verlieren, was eine Bedrohung für die Konservierung und Zugänglichkeit des kulturellen Erbes der Weltgesellschaft bedeuten würde: „The world‘s great treasures are just that – the world‘s. Nation states are their mere custodians.“ Doch die Diskussion über Rückgaben zu verweigern, wäre ein falsches Signal: „There is something profoundly distasteful about western countries refusing to return any of their ill-gotten gains. The legacy of imperialism still leaves deep wounds around the world, and when countries like Britain take no steps to atone for their pillage, that only reinforces grievances.“ Baggini schließt seine Argumentation mit dem Appell: „We need to find some way of balancing the legitimate claims of plundered nations without sliding down the slippery slope that ends with everything returned to its place of origin. This can‚t be done by fighting battles over individual objects. We need some kind of commission to look at the whole issue in the round, and come up with fair principles to determine what should be kept where.“ 11.11.2015 – The Independent: „Think India should be grateful for colonialism? Here are five reasons why you're unbelievably ignorant“ Amit Singh beschäftigt sich in seinem Artikel in „The Independent“ mit der Aussage Andrew Roberts, Indien solle „dankbar“ für die britische Kolonialherrschaft sein und führt fünf Argumente für einen kritischen Umgang mit dem (post-)kolonialen Erbe des British Empires in Indien auf: 1. Die Teilung des indischen Subkontinents in Indien, Pakistan und Bangladesch belaste das Verhältnis der Bevölkerungen und Staaten untereinander bis heute. 2. Die britische Politik insbesondere Winston Churchills sei wesentlich verantwortlich für mehrere Millionen Tote der Hungersnot in Bengalen 1943. 3. Beim Massaker von Amritsar hätten britische Truppen ca. 1.000 Menschen getötet, die gegen die britische Kolonialherrschaft demonstrierten. 4. Unter anderem durch die Einmischung Großbritanniens in die „Operation Blue Star“ seien 2.000 Sikhs gestorben. 5. Die „blutige Herrschaft“ Großbritanniens zeige sich beispielhaft in der Belagerung von Delhi 1857 während des Sepoyaufstandes, in deren Verlauf neben Sepoys auch zahlreiche Zivilisten getötet wurden. 12.11.2015 – Der Tagesanzeiger: „Der High Court und das Auge der Göttin“ Peter Nonnenmacher schreibt im Blog des Tagesanzeigers, dass „Vorwürfe historischen Kunstraubs“ für britische Museen nichts Neues seien: „Vom Britischen Museum wollen die Griechen ihre Elgin Marbles wiederhaben, die Türken ihre Samsat-Stele und die Iraner den Kyros-Zylinder, eine kostbare Schrifttafel aus Babylon. König Salomon Iguru aus Uganda fordert einen Thron seiner Vorfahren vom Unimuseum Oxford zurück. Und im Victoria and Albert Museum hängt ein Kinderkopf aus dem Sidamara-Sarkophag, den Ankara ebenfalls will.“ In seinem Artikel weist Nonnenbacher ebenfalls darauf hin, dass Cameron sich bereits vor einigen Jahren ablehnend dazu geäußert hat. Cameron dazu: „Wenn wir erst einmal Ja sagen, ist als Nächstes gleich das ganze Britische Museum leer.“ (Cameron sagte dies in einem Interview mit dem indischen Fernsehsender NDTV 2010: http://www.telegraph.co.uk/news/politics/david-cameron/7915424/David-Cameron-refuses-to-return-Koh-i-Noor-diamond-to-India.html) 12.11.2015 – The Diplomat: „Colonial Diamonds Are Forever: India and the Koh-i-Noor Diamond“ Akhilesh Pillalamarri, der sich bereits in der Frage, ob Großbritannien Indien Reparationszahlungen für die Kolonialzeit schulde, eindeutig positioniert hatte, schreibt in „The Diplomat“, dass der angestrebte Prozess vermutlich nur geringe Erfolgschancen aufweise. Pillalamarri deutet das Motiv der Initiative daher auch verschieden von anderen Medienberichten: „It seems as though the legal case was not well thought through and is designed to garner publicity rather than to have a strong chance of succeeding.“ Sein Fazit lautet, dass der beste Weg den Koh-i-Noor nach Indien zurück zu bringen auf guten britisch-indischen Beziehungen basiere, welche die britische Regierung zu einer „goodwill“ Geste motivieren könnten: „Emotion alone cannot win a lawsuit in court. The case for the return of the diamond is not very strong and it is unlikely to succeed. The best way for India to acquire the Koh-i-Noor would be for its government to one day convince the British government to return the jewel as a goodwill gesture in order to promote an economic and security relationship that would far outweigh the logic of keeping the diamond.“ (Update 24.11.2015, 13 Uhr) 20.11.2015 - The Guardian: Violence, victors and victims: how to look at the art of the British empire In einem Artikel zur neuen Sonderausstellung "Artist and Empire – Facing Britain’s Imperial Past" in der Tate Gallery, beschäftigt sich der Historiker William Dalrymple mit dem (kulturellen) Erbe des British Empire und bezieht sich dabei auch auf die von Andrew Roberts getätigte Aussage, die glücklichen Inder sollten "dankbar" sein, dass sie von Großbritannien kolonisiert wurden. Dalrymple schreibt, es gäbe neben dieser verklärenden "imperialen Nostalgie" der Neokonservativen, die gegensätzliche Tendenz die Geschichte des British Empire zu ignorieren: "On the other hand, there is the opposite, liberal, tendency to recoil from all memory of empire and to simply ignore and forget it. The result of this is wilful obliviousness in Britain about the darker side of its imperial past." Diese Ignoranz führe aber zu gefährlichen Mißverständnissen in der Interpretation und Bedeutung des kolonialen Erbes, da der Aspekt der Gewalt vernachlässigt zu werden drohe: "While there are things the imperial British did that can be celebrated, these have to be weighed against a long succession of what today would be regarded as war crimes, stretching from Virginia to New Zealand. We must never be allowed to forget that whatever its achievements, the British empire, like every empire before or since, was both gained and maintained by military might, and built over the graves of those it conquered and colonised." Der Fokus auf das British Empire als Wegbereiter von Frieden und "britischen Werten" verzerre die historischen Realitäten: "The indigenous people of Tasmania, for example, were massacred by English hunting parties who were given licences to exterminate this 'inferior race' who the colonial authorities said should be 'hunted down like wild beasts and destroyed'; many were caught in traps, before being tortured or burned alive. The same fate befell the Caribs of the Caribbean, the Guanches of the Canary Islands, as well as tribe after tribe of Native Americans, from the Apache to the Iroquois, so that 90% of the Native American population was destroyed in a single century in a seamless process that began under British direction and was completed by the rogue colonists Britain had planted there. Meanwhile, under mostly British supervision, slave traders forcibly abducted 15 million Africans and killed as many more." Die empfehlenswerte Ausstellung sei daher als ein wichtiger Anfang zur Aufarbeitung des komplexen und ambivalenten Erbes des British Empire zu betrachten: "Artist and Empire is an important start in the uphill task of evaluating the complex and ambivalent legacy of the British empire. It is full of wonderful masterworks; but as important is its balance and sensitivity for how to handle this most explosive subject, as the British belatedly begin to face the scale of their global legacy, good and bad." Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Text von Kim Sebastian Todzi ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. --- Bildquelle: Creative Commons Lizenzvertrag Zeitungen-02 von Roland Unger ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.[/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]

Mitte November wurde auch in deutschsprachigen Medien die Nachricht verbreitet, dass eine Gruppe indischer Geschäftsleute und Filmstars die Rückgabe des berühmten Koh-i-Noor Diamanten vom britischen Königshaus fordert und dies durch einen Prozess vor dem High Court erreichen will (vgl. Berichte… Weiterlesen →

Allgemein, Creative Commons

Global versöhnen – Lokal erinnern: Der Genozid an den Herero und Nama (1904-1908) und Hamburg

von Jürgen Zimmerer Bundestagspräsident Norbert Lammert war dieser Tage (6.10.-9.10.2015) auf heikler Mission in Namibia, nachdem er im Juli aus Anlass des 100. Jahrestages der deutschen Kapitulation in Südwestafrika ungewohnt offene Worte zu den „beschämenden Verbrechen“ während des deutschen Kolonialismus… Weiterlesen →

Allgemein, Termine

Forschungsstelle beteiligt sich am Werkstattgespräch des „Freundeskreises des Völkerkundemuseums Hamburg“: Projekt „Kolonialismus und Museum“ am 10.9.2015 im Museum für Völkerkunde Hamburg

Wir möchten Sie auf eine Veranstaltung des Freundeskreises des Völkerkundemuseums Hamburg, am 10.09.2015 im Großen Hörsaal des Völkerkundemuseums, hinweisen. Nachfolgend die Einladung des Freundeskreises: Hamburg als Hafenstadt wird sich zukunftsweisend, nach einem einstimmigen Bürgerschaftsbeschluss und einem darauf fußenden Grundsatzpapier des… Weiterlesen →