Die Stadt Umdenken_Repenser la ville_

Ein Projekt des Virtuellen Partizipationslabors Postkoloniales Erbe

Autorin: Tania Mancheno

Im neuen Interview für die Reihe #Repræsentationen diskutiert Dr. Tania Mancheno mit dem ecuadorianischen Künstler und Autor Fabiano Kueva über den Begriff der „Tropen“. Demnach geht es um eine weitere koloniale Repräsentation, die sowohl geographisch als auch in der Sprache in der Form von Begriffen für unsere Orientierung in der Welt und in der Weltgeschichte vorkommt.

Das Interview für die Forschungsstelle wurde im Rahmen der von u.a. Kueva kuratierten Ausstellung „accidentes geográficos” durchgeführt, welche in Madrid im Sommer 2018 stattfand. Die Ausstellung nahm als Ausgangspunkt die koloniale Weltausstellung von 1892, die sog. „Exposición Histórico Americana de Madrid”, und lud zur einen tiefen Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe des Museumsblickes über Ecuador sowie ihre tropischen Regionen ein. Im Interview teilt Kueva seine transdiziplinären Gedanken über die ästhetisch, ökonomisch und epistemischen Funktionen der Tropen im europäischen Imaginären und in den ethnologischen Museen mit.

Das Interview wurde auf Spanisch aus Ecuador in Madrid durchgeführt.

Fabiano Kueva

Kueva ist in Deutschland, vor allem in Berlin, für seine kritische und dekoloniale Dekonstruktion von Alexander von Humboldt bekannt, dessen Weltkartierung maßgeblich für die eurozentrische Erfindung der Tropenregionen und des Tropenbegriffes verantwortlich war. Kuevas performative Kritik findet Resonanz unter den Protesten gegen das Humboldt Forum und er wurde im Jahr 2019 vom Humboldt Forum selbst für mehrere Veranstaltungen eingeladen. In seiner Arbeit setzt sich Kueva mit der kolonial-normativen Ordnung der Welt auseinander und unternimmt stets eine Überschreitung ihrer binären Grenzziehungen. Mit einem Fokus auf dem Dispositiv des Archives, hat Fabiano Kueva unterschiedliche akustischen Projekte konzipiert und durchgeführt, die dazu beitragen die ecuadorianische Musik als lebendiges Erbe zu positionieren.

Konzept: Dr. Tania Mancheno

Camera, Sound und Schnitt: Juan Cuéllar

Übersetzung und Untertitel: Lilian Größer