Wie könnte Hamburgs monumentale Bismarck-Statue durch einen künstlerischen Eingriff kontextualisiert werden? Diese Frage stellten sich die Teilnehmenden des Wettbewerbs ‚Bismarck neu denken‘ und zuletzt auch die unabhängige Jury bei der Begutachtung der Entwürfe. Allerdings fand sich kein Siegerentwurf, stattdessen erhielten acht Vorschläge eine Aufwandsentschädigung.

Im Gespräch mit Euronews erläuterte Jurymitglied Prof. Dr. Jürgen Zimmerer die Hintergründe: Weil die Möglichkeiten für Eingriffe mit Verweis auf den Denkmalschutz so gering waren, sei eine echte Dekolonisation des Denkmals von Anfang des Wettbewerbs an kaum möglich gewesen: „It’s absurd that the institution for the protection of monuments defines the limits of the decolonisation of a monument, because that automatically means that the imperial setup of the monument is perpetuated in eternity.“ Es habe also – ohne Schuld der beteiligten Künstler*innen – kein überzeugender Entwurf entstehen können: “We came to the conclusion that under the conditions of this competition, an artistic intervention seems not possible“.

Die Bedingungen vor Ort wie Größe und Positition der Statue verschärften die Problematik zusätzlich, so Zimmerer weiter. Schon die kostspielige Renovierung seit 2014 sei ein Fehler und ein politischer Eingriff gewesen, der natürliche Gang der Dinge dagegen ein Verfall der Statue.

Zum Beitrag (Englischsprachig):

https://www.euronews.com/culture/2023/07/13/hamburg-wanted-to-decolonise-its-bismarck-statue-finding-a-solution-wasnt-so-easy